„Der Präsident ist tot.“ – Der Putsch gegen Salvador Allende (I)

Der Putsch gegen den demokratischen Sozialisten Salvador Allende am 11. September 1973 stellte eine Zäsur der chilenischen Demokratie dar. Es war der Beginn der Militärdiktatur unter Augusto Pinochet, der Oppositionelle foltern ließ, sie in Konzentrationslager sperrte und ermordete. Die USA spielte bei den Vorbereitungen des Putsches eine unrühmliche Rolle, doch sie waren nur ein Faktor von vielen, die zu der gewaltsamen Übernahme der Staatsmacht führten.

Salvador Allende Demonstration
Arbeiter:innen demonstrieren für Salvador Allende

Es war eine herbe Niederlage für Präsident Salvador Allende: Bei den Wahlen im März 1973 konnte sein linkes Regierungsbündnis Unidad Popular (UP) zwar zwei Sitze hinzugewinnen, doch 63 Abgeordnete waren im Vergleich zu den 89 des rechten Bündnisses Confederación de la Democracia (CODE) zu wenig. Seit zweieinhalb Jahren war Allende Präsident und stets auf die Unterstützung der Christdemokraten der Partido Demócrata Cristiano (PDC) angewiesen. Diese hatten sich jedoch von ihm abgewandt. Eine schwere politische Krise stand bevor.

Der Wandel der Christdemokrat:innen

Noch bei den Präsidentschaftswahlen im September 1970 waren Allende und Radomiro Tomic Romero (PDC) gegeneinander angetreten. Favorit war jedoch der frühere Präsident Jorge Alessandri Rodríguez, der als unabhängiger Kandidat von der Partido Nacional (PN) und Democracia Radical (DR) unterstützt wurde.

Kandidat Unterstützt von: Stimmen Prozentanteil
Salvador Allende GossensUnidad Popular   1 070 334 36,62 %
Jorge Alessandri RodríguezPartido Nacional
Democracia Radical  
1 031 159 35,27 %  
Radomiro Tomić RomeroPartido Demócrata Cristiano Partido Democrático Nacional   821 801 28,11 %  

Der linke Präsidentschaftskandidat Allende konnte die Wahl zwar knapp gewinnen, musste jedoch laut chilenischem Gesetz vom Parlament endgültig in das Amt gewählt werden, da er eine absolute Mehrheit weit verpasst hatte. Auf der Pressekonferenz am Folgetag des Wahlsieges hatten die Christdemokraten mit ihren Jugendorganisationen Allende bereits zum Sieg gratuliert. Der designierte Präsident bestätigte, dass er eine Bereitschaft der PDC sehe, ihn zu unterstützen, verneinte jedoch, dass es bereits Gespräche in diese Richtung gab.1 Labrousse, Alain: El Experimento Chileno – Reformismo o Revolución?. España 1973

Salvador Allende Präsident
Salvador Allende als Präsident Chiles
Biblioteca del Congreso Nacional de Chile/CC BY-SA 3.0 CL

Am 22. Oktober 1970, zwei Tage vor der entscheidenden Wahl Allendes durch das Parlament, wurde der verfassungstreue Oberbefehlshaber der Armee, René Schneider, von rechten Attentätern bei einem Entführungsversuch angeschossen. Er verstarb drei Tage später. Angesichts der Vorkommnisse entschied sich die PDC dazu, Allende zu unterstützen, allerdings knüpfte sie Bedingungen an ihre Hilfe, wie beispielsweise:2Boorstein, Edward: Allende’s Chile – An Inside View. New York 1977. S. 66

  • Regelmäßige Wahlen
  • Gewaltenteilung
  • Pressefreiheit

Dies zu garantieren, stellte keine große Schwierigkeit dar. Allende betonte stets, dass die demokratischen Rechte des chilenischen Volkes nicht angetastet werden. Während seiner Regierungszeit blieb die PDC in der Opposition, stimmte jedoch für bestimmte soziale Reformen, wie die Agrarreform oder die Verstaatlichung der Kupferindustrie, die bereits unter den Christdemokrat:innen und ihrem Präsidenten Eduardo Frei Jahre zuvor begonnen wurde.

Salvador Allende war an einer guten Zusammenarbeit mit den Christdemokrat:innen interessiert, stellte es doch die einzige demokratische Lösung dar, den chilenischen Weg Richtung Sozialismus zu gehen. Daher bot er sogar Tomic einen Ministerposten an, doch dieser lehnte ab. Langsam verlor der linke Flügel um ihn die Kontrolle in der PDC, die jedoch notwendig war um Allende im Amt zu halten.3Figueroa Clark, Victor: Salvador Allende. Revolutionary Democrat. London 2013. Kapitel 7

Während ein Teil der PDC schlicht unabhängiger von der Regierung sein wollte, favorisierte der konservative Flügel um Eduardo Frei in die Opposition zu gehen. Frei stand seit der Wahl Allendes auch im engen Kontakt mit der USA, die bereits vor dem Regierungswechsel über eine mögliche sozialistische Transformation Chiles alarmiert war.

Doch auch der Präsident stieß innerhalb seiner Partei immer mehr auf Kritik für die Zusammenarbeit mit den Christdemokrat:innen. Er scheiterte damit, bei den Kommunalwahlen in Valparaíso einen gemeinsamen Kandidaten mit der PDC aufzustellen, auch weil seine Parteigenoss:innen auf einen eigenen Kandidaten bestanden.4Figueroa Clark, Victor: Salvador Allende. Revolutionary Democrat. London 2013. Kapitel 7 Ein Abspalten linksgerichteter Mitglieder:innen der PDC zur Izquierda Cristiana (IC) erschwerte die Situation zusätzlich.

Spätestens im September 1971 zogen die Christdemokrat:innen ihre Unterstützung Allendes offiziell zurück.5Sobel, Lester A.: Chile and Allende. New York 1974. S. 44 Wenige Monate später formierte sich ein rechter, anti-marxistischer Block, in dem schließlich auch die PDC aufging. Bei den folgenden Kommunalwahlen verloren die linken Parteien an Zustimmung und auf nationaler Ebene regierte man ohne klare Mehrheiten.

Druck von links außen

Spätestens im Sommer 1972 befand sich die Unidad Popular in einer äußerst schwierigen Situation. Allende versuchte nach wie vor, eine Parlamentsmehrheit mit den Christdemokraten zu organisieren, während die rechten Bewegungen nun mobil machen. Im Oktober 1972 begann der Streik der LKW-Fahrer, der von rechten Organisationen unterstützt und zum Teil von der CIA finanziert wurde.6Figueroa Clark, Victor: Salvador Allende. Revolutionary Democrat. London 2013. Kapitel 7

Allende sah sich gezwungen, sein Kabinett umzubauen, und überließ einige Ministerposten an Militärs um die Lage im Land zu entspannen. General Carlos Prats, der Nachfolger von René Schneider, wurde zum Innenminister ernannt. Dieser Schritt wurde von der radikalen Linken scharf kritisiert. Es sei gefährlich für das Volk, wenn die Regierungsbeteiligung von Militärs ohne Garantien und Bedingungen erfolge. Der Historiker Victor Figueroa Clark geht davon aus, dass dieser Schritt das Ende des sozialistischen Programms von Allende darstellte.7 Figueroa Clark, Victor: Salvador Allende. Revolutionary Democrat. London 2013. Kapitel 7

Gleichzeitig wuchs von Linksaußen der Druck auf die Regierung Allendes. Die mittlerweile zur militanten Partei formierte Movimiento de Izquierda Revolucionaria (MIR) begann damit, eigenhändig Land zu enteignen. Immer wieder kam es auch zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Dies wiederum befeuerte die Propaganda der Rechten.

Doch auch Allendes eigene Partei, die Partido Socialista de Chile (PS), erschwerte die Situation für ihn. Zum einen sah die neugewählte Parteiführung eine Zusammenarbeit mit der PDC äußerst kritisch und zum anderen befürwortete man ein revolutionäreres Programm anstatt Allendes „Weg zum Sozialismus“ durch demokratische Reformen.8Figueroa Clark, Victor: Salvador Allende. Revolutionary Democrat. London 2013. Kapitel 7

Nach einem gescheiterten Putsch am 29. Juni 1973 steuerte Allendes Regierung auf die schwerste Krise ihrer Amtszeit zu. MIR rief nun offen zur „Diktatur des Proletariats“ auf und Gewerkschaften forderten die Bewaffnung der Arbeiter:innen, um sich im Falle eines faschistischen Putsches wehren zu können.

Der lange Arm der CIA

Eine starke Opposition, die in der Lage ist, Allendes Regierung zu verhindern beziehungsweise zu stürzen, lag im Interesse der USA. Zum einen sah sie die Kupferminen in Gefahr, von denen sie profitierte und welche die Linksregierung verstaatlichen wollte. Zum anderen ging es um eine ideologische Komponente: Gemäß der Dominotheorie, die die USA bereits in Asien eingreiffen ließ, befürchtete Präsident Nixon und seine Administration, dass nach einem Erfolg Allendes weitere lateinamerikanische Länder dem Sozialismus beziehungsweise Kommunismus verfallen könnten.

Nixon sprach dabei von einem “roten Sandwich”, das sich durch Kuba und Chile ergebe. Der Rest Lateinamerikas wäre demnach in ihren Fängen. Diese Idee erklärte der US-Präsident unter anderem in einem Interview mit dem britischen Komiker und Late-Night-Talker David Frost. Dieser antwortete Nixon eher ungläubig: “Sie wollen also wirklich sagen, dass Brasilien sich von Kuba und Chile umzingelt fühlen sollte?”

Die Nixon-Administration nahm die Vorgänge in Chile äußerst ernst. Kurz nach der Wahl Allendes am 04. September gab Richard Nixon die Order, Allende zu stürzen. Zwei Pläne, Track I und Track II, wurden ausgearbeitet. Während der erste Plan, die Christdemokraten davon zu überzeugen, gegen Allende zu stimmen, nicht funktionierte, konzentrierte man sich auf Track II: Die Suche nach Militärs, die Allende mithilfe eines Putsches stürzen sollten.9Boorstein, Edward: Allende’s Chile – An Inside View. New York 1977. S. 58 – 61

Insgesamt stellte die Nixon-Administration über zehn Millionen US-Dollar zur Verfügung. Mit Geld wurde auch die Gründung der faschistischen Organisation “Patria y Libertad” unterstützt. Außerdem wurde in ein rechtes Entführungskommando investiert, das General René Schneider kidnappen sollte. Wie bereits erwähnt, schlugen die Versuche fehl. Schneider starb schließlich am 25. Oktober 1970 an den Verletzungen, die ihm zugezogen wurden. Zudem unterhielt die USA enge Kontakte zur chilenischen Opposition.

Doktrinenwechsel im chilenischen Heer

Der Tod Schneiders war für die USA und Putschisten ein kurzfristiger Rückschlag, doch langfristig gesehen war es der Schlüssel zu dem erfolgreichen Putsch drei Jahre später. Als Oberbefehlshaber der Armee gab Schneider kurz vor der Wahl im September 1970 seine Doktrin vor: Das chilenische Heer hat sich aus den Entscheidungen, die im Kongress gefallen werden, herauszuhalten.

General Carlos Prats
General Carlos Prats wurde Nachfolger des ermordeten René Schneider
Ministerio de Relaciones Exteriores de Chile/CC BY 2.0 CL

Als verfassungstreuer General und Autoritätsperson innerhalb der Armee konnte Schneider auch für Allendes Amtsübernahme garantieren, denn es gab in bestimmten Kreisen der Militärs durchaus Vorbehalte gegen einen marxistischen Regierungschef, wie sich der spätere Diktator Augusto Pinochet im Jahre 1979 erinnert.10Pinochet, Augusto: El Día Decisivo. 1979. Kapitel “Elección Presidencial”

Auch Allende zeigte sein Vertrauen in die Armee. Bei einer Pressekonferenz nach seinem Wahlsieg sagte er:

Ich glaube, dass die chilenischen Streitkräfte im Laufe der Jahre Respekt vor der Verfassung, dem Gesetz und dem Willen des Volkes bewiesen haben und dass sie dies auch bei dieser Gelegenheit tun werden.11Labrousse, Alain: El Experimento Chileno – Reformismo o Revolución?. España 1973
Salvador Allende
05. September 1970

Nach dem Tod Schneiders übernahm General Carlos Prat dessen Posten und verfolgte die Doktrin Schneider weiter. Das Militär ließ sich zu dieser Zeit in drei Gruppen einteilen , wie der amerikanische Historiker Edward Boorstein schreibt: Der anti-kommunistische Flügel, der auch einen gewaltsamen Sturz der UP in Kauf nehmen würde, der verfassungstreue Flügel, der die Regierung weniger aus Überzeugung, sondern aus Loyalität zur Verfassung unterstütze, sowie der Flügel der Unentschlossenen.12Boorstein, Edward: Allende’s Chile – An Inside View. New York 1977. S. 58 – 61

Es ist wohl keine Übertreibung zu sagen, dass es seit dem Tag der Wahl Allendes Planungen zum Sturz der Linksregierung von Seiten des Militärs gab.

Chiles letzte Chance

Die Zeit war auf Seiten des anti-kommunistischen Flügels des Militärs. Der Tod Schneiders hat ihre Position innerhalb der Armee gestärkt. Zudem kam es zu Unruhen im Land: Aus Angst vor der Verstaatlichung gingen die LKW-Fahrer 1973 erneut in den Streik. Allende sah sich gezwungen, das Kabinett im Laufe des Jahres mehrmals umzubilden.

Die „letzte Chance für Chile“, wie es General Carlos Prats nannte, war Allendes letztes Kabinett, das am 09. August 1973 präsentiert wurde. Am Regierungstisch saßen nun auch wieder Militärs. Allende betonte, dass Chile durch das neue Kabinett vor dem Faschismus geschützt werden soll. Er bezeichnete den Streik der LKW-Fahrer als „faschistisch“ und forderte, dass Organisationen wie „Libertad y Patria“ verboten werden sollen.13Figueroa Clark, Victor: Salvador Allende. Revolutionary Democrat. London 2013. Kapitel 7

Doch der Streik der LKW-Fahrer wurde dadurch nicht gelöst. Die Regierung stellte den Streikenden ein Ultimatum, ihre Arbeit bis zum 12. August wieder aufzunehmen, sonst müsse man mit Gewalt gegen sie vorgehen. Prats mahnte jedoch zur Vorsicht, obwohl er dem Ultimatum zustimmte.

Was sich im Juli 1973 andeutete, wurde nun immer offensichtlicher: Die Regierung hatte die Kontrolle über die Lage verloren. Bei den Streiks wurde Allende alternativ zum Rücktritt auch zum Selbstmord aufgefordert. Seit Juli durchsuchten Militärs Betriebe, um dort nach Waffen zu suchen, da Gerüchte von bewaffneten Arbeitermilizen die Runde machten. Es wurden jedoch meistens keine gefunden.

Am 12. August verhängte die Regierung den Notstand. In einem Brief an Allende schrieb sein Berater Joan E. Garcés, dass durch den Notstand die Armee nun in einer guten Position sei, militante Arbeiter zu unterdrücken und somit die letzten Kräfte, die noch die linke Regierung unterstützen.14Nathaniel Davis: The last two years of Salvador Allende. Ithaca 1985. S. 189

Allende hoffte weiterhin auf einen Pakt mit den Christdemokrat:innen. Doch diese stellten sich am Abend des 16. Augusts und damit nach dem Auslaufen des zweiten Ultimatums an die LKW-Fahrer auf deren Seite.15Nathaniel Davis: The last two years of Salvador Allende. Ithaca 1985. S. 189 Der Regierung liefen die letzten möglichen Unterstützer davon.

Das Militär rebelliert

Zudem wurden die verfassungstreuen Generäle von niedrigeren Rängen langsam aus dem chilenischen Heer gedrängt. Am 17. August gab General Ruiz Allende bei einem Abendessen bekannt, dass er von seinem Posten als Transportminister zurücktreten werde. Allende versuchte ihn vom Gegenteil zu überzeugen. Ruiz blieb bei seiner Entscheidung. Allende stand auf und sagte: „Du bist nicht länger mein Freund. Ich habe mein Vertrauen in dich verloren.“16Figueroa Clark, Victor: Salvador Allende. Revolutionary Democrat. London 2013. Kapitel 8

Auch Carlos Prats spielte mit dem Gedanken, von seinem Posten zurückzutreten. Er befand sich in einem Dilemma: Würde er das Heer reformieren, müsste er bis zu 15 Generäle feuern, das wohl einen Bürgerkrieg mit sich bringen würde. Ließe er alles beim Alten, können die Generäle ihre Putschpläne ungestört schmieden.17Figueroa Clark, Victor: Salvador Allende. Revolutionary Democrat. London 2013. Kapitel 8

Am Ende wurde die Entscheidung für ihn getroffen: Mit einer schweren Erkältung zuhause, demonstrierten am 21. August die Ehefrauen von Generälen vor Prats Haus und beschimpften ihn als Homosexuellen und Feigling. Später am Abend sagte Prats dazu:

„Ich hätte nie gedacht, dass die Generäle und Oberste, die ich seit Kindheit kannte, sich nun hinter den Röcken ihrer Ehefrauen verstecken. Ich bin traurig um Chile, weil ich nicht nur Verrat gesehen habe, sondern auch eine Art Feigheit, die ich für nicht möglich gehalten habe.“18 Nathaniel Davis: The last two years of Salvador Allende. Ithaca 1985. S. 197

Prats bat um die Solidarität seiner Generalskollegen, doch viele weigerten sich. Am 24. August trat Prats zurück und Allende ernannte Augusto Pinochet als seinen Nachfolger als Oberbefehlshaber der Armee.

General Augusto Pinochet
General Augusto Pinochet im Jahre 1971
Biblioteca del Congreso Nacional de Chile/CC BY-SA 3.0 CL

Rückblickend war diese Entscheidung fatal für die weitere Entwicklung der Ereignisse. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt die Haltung Pinochets gegenüber Allende oder einem möglichen Putsch nicht bekannt. Erst einen Tag vor dem Putsch soll Pinochet offiziell den Putschisten versichert haben, dass sie auf ihn zählen können.19Figueroa Clark, Victor: Salvador Allende. Revolutionary Democrat. London 2013. Kapitel 8

Die letzten Tage von Allende

Laut den Erinnerungen von Pinochet standen er und Allende fortan im engen Kontakt. Allerdings weigerte er sich, Generäle zu entlassen, wie von Allende gefordert. Währenddessen verschärfte sich die Situation auf den Straßen. Anfang September war der Streik der LKW-Fahrer noch weiter im Gange und andere Branchen wie Ärzte oder Einzelhändler schlossen sich an.

Die ersten Septembertage des Jahres 1973 waren die hitzigsten von Allendes Amtszeit. Ein letzter Versuch, eine Einigung mit den Christdemokraten zu finden, scheiterte am 10. September. Für den Folgetag wollte Allende einen Plebiszit ankündigen, in dem das Volk über die Zukunft der Regierung entscheiden sollte. Doch dazu sollte es nicht mehr kommen: In der Nacht zum 11. September kam es zu dem lang erwarteten Staatsstreich unter dem Kommando von Augusto Pinochet.