Operation ‘Fasanenjagd’ – Bayerische Patrioten gegen Nazis

“Achtung, Achtung! Hier spricht die ‘Freiheitsaktion Bayern’. Arbeiter, schützt eure Betriebe gegen Sabotage durch die Nazis! Sichert Arbeit und Brot für die Zukunft! Beseitigt die Funktionäre der nationalsozialistischen Partei! Die FAB hat heute Nacht die Regierungsgewalt erstritten.”

Am 28. April 1945 erhob sich die ‘Bayerische Freiheitsaktion’ gegen die Nazi-Herrschaft in Bayern. Einen Tag zuvor entband der bayerische Wehrmachtshauptmann Rupprecht Gerngross seine Soldaten vom “Führereid” und gab ihnen das Codewort des geplanten antifaschistischen Aufstands aus: ‘Fasanenjagd’. Hochdekorierte NS-Funktionäre wurden im Volksmund spöttisch als ‘Goldfasane’ betitelt.


Dem Widerstand Gerngross schloss sich auch die antifaschistische Sabotagegruppe ‘O7’ an, in der bayerische Widerstandskämpfer unterschiedlichster politischer Richtungen organisiert waren. Mehrere hundert vor allem konservative Nazigegner*innen folgten dem Aufruf, den die ‘Freiheitsaktion’ über Radio senden ließ. An ihren Häusern hissten sie die Bayernfahne als Zeichen des Aufstands. Der Angriff auf der Widerstandskämpfer auf den Bunker des Gauleiters scheiterte, nur das Rathaus und eine Zeitungsredaktion konnten besetzt werden. Auch der Reichsstatthalter konnte nicht davon überzeugt werden, die Seiten zu wechseln. Die Regierungsgewalt war nicht erstritten worden. Innerhalb von Stunden schlug die SS den bayerischen Aufstand blutig niederund tötete jeden bayerischen Patrioten, den sie finden konnte. In der ‘Penzberger Mordnacht’ etwa wurden 15 Antifaschist*innen feige ermordet, darunter eine schwangere Frau.

Im Gedenken an den konservativ-bayerischen Widerstand der ‘Freiheitsaktion Bayern’ – kein Vergeben, kein Vergessen!