Oury Jalloh – Kein Vergeben, kein Vergessen!

Oury Jalloh – Kein Vergeben, kein Vergessen!

Vor 15 Jahren verbrannte in Dessau ein Mensch in Polizeigewahrsam, an Händen und Füßen gefesselt, auf einer feuerfesten Matratze. Das angebliche Feuerzeug wurde erst bei der zweiten Tatort-Untersuchung “gefunden”. Eine erzwungene zweite Obduktion ergab, dass der Tote einen Nasenbeibruch und verletzte Trommelfelle hatte. Oury Jalloh war zum Zeitpunkt seiner Verhaftung unverletzt. Bereits zwei andere Menschen waren unter ungeklärten Umständen in dieser Polizeiwache verstorben.

Der erste Prozess gegen die verantwortlichen Polizeibeamten endete 2011 mit Freispruch. Der vorsitzende Richter ließ aber in seinen Abschlussworten keinen Zweifel, was er von dem Verfahren hielt:
“(Polizisten haben) ‚bedenkenlos und grottendämlich‘ falsch und unvollständig ausgesagt, sie haben dem Land Sachsen-Anhalt ‚aufs Übelste geschadet‘. (…) ‘Ich habe keinen Bock, zu diesem Scheiß noch irgendwas zu sagen.‘”

Im erzwungenen neuen Ermittlungsverfahren 2014 lag nun auch ein Brandgutachten vor, nach dessen Aussage die Brandverletzungen von Oury Jalloh ohne “zwei bis fünf Liter” Brandbeschleuniger nicht zu erklären sind. Das Verfahren wurde 2017 ergebnislos eingestellt.
Im selben Jahr veröffentlichten Journalist*innen die Ermittlungsakten, in denen alle Hinweise auf Fremdverschulden hindeuteten. Der Staatsanwalt hatte sogar konkrete Verdächtige unter den verantwortlichen Polizeibeamten genannt. Eine Beschwerde gegen die Einstellung der Ermittlungen wurde in diesem Jahr abgewiesen. Der bundesdeutsche Rechtsstaat hat versagt.

Wir lassen euch keine Ruhe – keine Gerechtigkeit, kein Frieden!