Nach mehrstündiger medialer Verwirrung kann die Antifa-Ausstellung in Chemnitz doch stattfinden

Die Ausstellung “Antifa – Mythos & Wahrheit” in den Kunstsammlungen Chemnitz kann wohl doch wie geplant stattfinden. Nach mehrstündiger Verwirrung bestätigte die Stadt Chemnitz und das Peng-Kollektiv, dass die Ausstellung mit “Antifa-Devotionalien” am 15. August als Teil des Festivals “GEGENWARTEN” starten kann.

Spraydose, Anklageschrift, Einkaufswagen: Die Exponante der Ausstellung “Antifa – Mythos & Wahrheit” sind so divers wie der Antifaschismus selbst.
Peng-Kollektiv

Für kurze Zeit sah es jedoch ganz anders aus: Am Nachmittag des 14. Augusts informierte das Peng-Kollektiv, dass ihre Ausstellung gecancelt wurde. Der Grund: Die Museumsdirektion störe sich an der Nennung der Parteien CDU, FDP und AfD in einem Wandtext, der sich kritisch mit der “Hufeisentheorie” auseinandersetzt, die von den genannten Parteien verbreitet werde. Es gelte das politische Neutralitätsgebot, so die Museumsdirektion.

“Freiheit der Kunst ist in Gefahr”

In einer Pressemitteilung äußerte sich das Peng-Kollektiv zum Abbau ihrer Ausstellung. “Es ist spannend, dass die Repressionen, die gewaltfreie Antifa-Gruppen in Deutschland erleben, offenbar auch für Kunstwerke gelten sollen, die im Museum stehen”, sagte die Pressesprecherin Nika Blum. Eine Entgegenkommen schloß das Peng-Kollektiv kategorisch aus und berief sich auf Artikel 5 des Grundgesetzes. “Wenn die CDU, FDP oder AfD wirklich ein Problem damit haben, Teil eines Kunstwerkes zu sein, sollen sie es selbst abbauen kommen”, kommentierte Blum die Entscheidung der Museumsdirektion.

Das Peng-Kollektiv vermutete, dass die Museumsdirektion unter politischen Druck stehe. Man könne nur ahnen, woher die Weisung stamme, denn man habe bisher gut mit dem Museum zusammengearbeitet, heißt es von Seiten des Kollektives.

Dann schaltete sich jedoch die Stadt Chemnitz auf Twitter ein und betonte, dass die Antifa-Ausstellung Teil des Festivals in den Kunstsammlungen bleiben werde. “Die Ausstellung bleibt so wie sie ist”, twitterte die Stadt. Das Peng-Kollektiv zeigte sich irritiert, wurde ihnen doch mitgeteilt, dass ihre Ausstellung abgebaut werde. Schließlich konnten sie jedoch bestätigten, dass am 15. August alles wie geplant eröffnet werden könne.

Antifaschismus in seiner Diversität darstellen

Zu sehen gibt es verschiedene Objekte, die in Verbindung mit der antifaschistischen Szene und dem Antifaschismus stehen. Die Exponate wurden mit Steuermitteln für jeweils eintausend Euro von Antifa-Gruppen gekauft. Dazu gehören etwa ein Kantholz, ein Bierkasten oder auch der Antifa-Anstecker der Bundestagsabgeordneten Martina Renner (Die LINKE), den sie im Rahmen einer Diskussion im Bundestag trug. Sie bekam daraufhin einen Ordnungsruf wegen der “Verletzung der Würde des Hauses”.

Ziel der Ausstellung ist es, die Vielfältigkeit der antifaschistischen Arbeit und des Widerstands zu zeigen.

Am 22. August werden die Exponante auf dem Theaterplatz Chemnitz versteigert. Zusätzlich dazu gibt es Lesungen und Diskussionen. Der Erlös der Antifaschistischen Auktion kommt dem AJZ Chemnitz zugute.

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