Der deutsche Buchhandel hatte Buch des Rechtsterroristen Anders Breivik im Handel

Am 22. Juli tötete der norwegische Rechtsterrorist Anders Breivik insgesamt 77 Menschen. Seine Weltanschauungen hatte er kurz zuvor in einem langen Manifest per E-Mail verschickt. Das Manifest gab es bis vor kurzem auch im deutschen Buchhandel zu kaufen. 

Das Buch ist mittlerweile nicht mehr erhältich
Twitter/Clara Anne Bünger

Auf Twitter wurde gestern darauf aufmerksam gemacht, dass Breiviks Manifest 2083: A European Declaration of Independence bei deutschen Buchhändler:innen wie Hugendubel oder Thalia zum Kauf angeboten wird. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Bundestages Clara Anne Bünger forderte von Hugendubel etwa, dass sie “alle bisherigen Einnahmen an die Opferverbände der Hinterbliebenen und antifaschistische Organisationen spenden und mindestens das Doppelte noch oben drauf legen” 

Problem: Internationale Datenbanken

Auch verweist sie darauf, dass in der Buchbeschreibung Breivik als ein rechter Terrorist beschrieben wird. Eine Antwort folgte prompt: Karla Paul von der unabhängigen Buchhandlung Mojoreads, erklärte, warum der deutsche Buchhandel das Buch führte: “Die meisten Buchhändler*innen greifen auf mindestens eine gemeinsame Datenbank zu, die mehrere Millionen Titel aus der ganzen Welt regelmässig importiert und aktualisiert”, schreibt sie etwa. 

Darum habe sie bereits einen Takedown bei Mojoreads veranlasst. Wie so etwas zu verhindern sei? Schwer, meint Paul. Das Problem sei in ihrer Firma bereits diskutiert worden, weil das Problem bekannt sei. Die Bücher händisch zu entfernen sei unmöglich und per Keyword zu filtern würde auch nicht den gewünschten Erfolg bringen, da die problematischen Keywords auch in anderen Büchern, wie Sachbüchern oder Romanen, verwendet würden. 

Der Protest hatte jedoch bewirkt, dass auch bei Hugendubel und Thalia Breiviks Buch nicht mehr erhältlich ist.