Mauthausen Komitee Österreich wehrt sich gegen ÖVP-Vorwürfe

Die österreichische Regierungspartei ÖVP ist der diesjährigen Befreiungsfeier im KZ Mauthausen ferngeblieben. Die Veranstaltung werde parteipolitisch missbraucht, lautet ihr Vorwurf.

Das KZ Mauthausen wurde am 05. Mai 1945 von US-Truppen befreit.
Gemeinfrei

Eigentlich gehört die Teilnahme von ÖVP-Politker:innen zum festen Bestandteil der Befreiungsfeier im KZ Mauthausen in Oberösterreich. Dieses Jahr war es jedoch anders: Die konservativen Politiker:innen blieben den Feierlichkeiten fern.

Im Ö1-Mittagsjournal begründete der ÖVP-Abgeordnete Martin Engelberg die Abwesenheit der Partei. Die Veranstaltung sei „parteipolitisch missbraucht“ worden. Laut einem Bericht störte sich Engelberg wohl an den roten Fahnen von Antifaschist:innen, auf denen „Nie Wieder“ stand. Die Befreiungsfeier lasse sich kaum von einer 01. Mai Demonstration unterscheiden, so Engelberg, der in den Jahren zuvor an der Veranstaltung teilnahm.

Keine Demonstration

Die Kritik endet jedoch nicht hier. Da eine Feier nicht erlaubt sei, wurde eine Demonstration angemeldet. Dies wies jedoch das Mauthausen Komitee Österreich zurück: Die Versammlung sei ganz offiziell angemeldet gewesen, allerdings sei eine Auflage gewesen, dass sie im Gehen stattfindet, damit der Sicherheitsabstand gewährleistet werden kann. Diese Maßnahme wurde von der ÖVP im Parlament beschlossen, darum sei die Verwunderung über die Einhaltung der Maßnahmen ein parteipolitisches Manöver, argumentiert das Komitee.

Außerdem sei die Befreiungsfeier sehr wohl überparteilich. Vertreter:innen verschiedener politischer und sozialer Gruppen nehmen jährlich an den Feierlichkeiten teil, wie etwa die Katholische Jugend. Das Komitee Mauthausen Österreich zeigt sich empört über die Vorwürfe der ÖVP und ihren Boykott der internationalen Veranstaltung. „Das verletzt die Würde der Veranstaltung und verletzt die Würde des Gedenkens. Schämt euch!“

Das Konzentrationslager Mauthausen war das größte Lager auf österreichischem Gebiet. Zwischen 1938 und 1945 waren rund 200 000 Menschen inhaftiert, wovon rund die Hälfte von den Nationalsozialisten ermordet wurde. Das Lager wurde am 05. Mai 1945 befreit.