Proteste gegen die Schließung von Nissan-Werken in Katalonien

Nissan will seine Werke in Katalonien schließen. Von der Schließung sind rund 3000 Arbeitnehmer*innen betroffen. Um ihre Unzufriedenheit zu demonstrieren, haben sie mit Protesten begonnen. Die Generalitat will mit einem engagierten Arbeitsplan retten, was gerettet werden kann.

Die Protestierenden haben Barrikaden errichtet und Autoreifen angezündet.
YouTube/ElPaís

Seit gestern ist bekannt, dass Nissan seine Werke in Barcelona, Montcada i Reixac und Sant Andreu de la Barca schließen wird. Dies bedeutet, dass nicht weniger als 3000 Arbeiter*innen ihre Jobs verlieren werden und indirekt bis zu 25.000 Subunternehmer*innen davon betroffen sind.

Diese Woche demonstrierten Nissan-Arbeiter*innen unter anderem vor dem japanischen Konsulat und auf dem Plaça de Sant Jaume in Barcelona, um die Schließung der Fabrik zu verhindern. Weder die Arbeiter*innen noch die Verwaltungen sind bereit, den Abzug von Nissan aus Katalonien trotz der offiziellen Mitteilung des Unternehmens kampflos zu akzeptieren.

Die Regierung hat Nissan der Untreue beschuldigt. Der Präsident der Generalitat, Quim Torra, erklärte, er habe mit dem Präsidenten der spanischen Regierung, Pedro Sánchez, gesprochen, um angesichts dieser “unfairen Nachrichten” eine gemeinsame Lösung mit einem Arbeitsplan zu schaffen: Arbeiter*innen und Subunternehmer*innen von Nissan haben sich zusammengefunden um gegen diese Umstände zu protestieren. Es wurden teilweise brennende Barrikaden aus Autoreifen errichtet. Der Unmut ist groß, die nächsten Tage werden zeigen, ob die Nissan-Werke noch zu retten sind.

Besonders im Vereinigten Königreich wurde die Nachricht der Schließung der Nissan-Werke aufmerksam verfolgt: Noch im Februar kündigte der japanische Autohersteller an, ein Werk in Sunderland zu schließen. Nun scheint es jedoch so zu sein, dass der englische Standort durch die Schließung der Werke in Katalonien erhalten bleibt. Brexiteers sehen sich nun bestätigt, dass die Remainers mit ihren Befürchtungen, dass internationaler Firmen nach dem Brexit abwandern würden, falsch lagen.