Black Lives Matter Proteste führen zu mehr Social Distancing in den USA

Die Black Lives Matter (BLM) Demonstrationen, deren Auslöser der gewaltsamen Tod von George Floyd war, stand in vielen Medien nicht nur aufgrund einiger gewalttätiger Ausschreitungen in der Kritik. Da die USA besonders stark von der COVID-19 Pandemie betroffen ist, wurden den Demonstrierenden auch Verantwortungslosigkeit vorgeworfen. Dafür gebe es jedoch keinen Grund, sagt nun das National Bureau of Economic Research: Die Proteste führten sogar zu mehr Social Distancing.

Die Black Lives MatterProteste könnten sogar zu mehr Social Distancing geführt haben
Die Black Lives MatterProteste könnten sogar zu mehr Social Distancing geführt haben

In einer 60-seitigen Studie haben sie nun die Zusammenhänge zwischen BLM-Demonstrationen in über 300 amerikanischen Städten und den steigenden Infektionszahlen des Coronavirus untersucht. Gesundheitsbeamte hatten im Vorfeld der Proteste davor gewarnt, dass Massenversammlungen zu einer Verringerung des sozialen Abstands führen würde. Dies würde die Infektionsgefahr steigern. Dennoch konnte die ausgeführte Studie “keine Belege dafür [finden], dass städtische Proteste das Anwachsen der COVID-19-Fälle in den Städten mehr als drei Wochen nach Beginn der Proteste wieder angefacht haben.”

Mehr Social Distancing durch Proteste

Tatsächlich konnte durch die Auswertung von Handydaten festgestellt werden, dass in Städten, in denen es zu Protesten kam, das Social Distancing Verhalten der Bevölkerung in der Regel zugenommen hat. Der Studienleiter Dhaval Dave von der Bentley University erklärt dies so: “In vielen Städten schienen die Proteste tatsächlich zu einer Nettozunahme von Social Distancing zu führen, da mehr Menschen, die nicht protestierten, beschlossen, von der Straße wegzubleiben.” 

Die Black Lives Matter Demonstrationen richten sich in erster Linie gegen die Polizeigewalt, die People of Colour erfahren. Gleichzeitig zeigt sich die soziale Ungleichheit auch beim Thema COVID-19: In den USA starben dreimal so viele People of Colour infolge einer COVID-Infektion als weiße Amerikaner. Im Vereinigten Königreich sind es sogar viermal so viele. Verschiedene Studien haben bereits in der Vergangenheit darauf hingewiesen, dass People of Colour vom amerikanischen Gesundheitssystem benachteiligt werden.