Santiago de Chile wählt kommunistische Bürgermeisterin

Die 30-jährige Irací Hassler hat überraschend die Wahlen in der chilenischen Hauptstadt gewonnen. Mit drei Prozent Vorsprung hat sie den amtierenden liberal-konservativen Bürgermeister Felipe Alessandri aus dem Amt gejagt.

„Wir haben eine große Herausforderung vor uns, aber gemeinsam werden wir sie meistern“, lautet die Botschaft von Irací Hassler. Die 30-jährige Ökonomin und Kommunistin wurde von einer Stadträtin zur Bürgermeisterin der chilenischen Hauptstadt Santiago gewählt.

Keine Rückkehr zur Normalität

Die Herausforderungen, von denen sie nun spricht, werden vor allem auf wirtschaftlicher Ebene zu spüren sein. Daher hat die Ökonomin einen Plan zur wirtschaftlichen Wiederbelebung in einem zehnseitigen Dokument festgeschrieben.

Angesichts der Pandemie sei ein Zurück zur „Normalität“ nicht der richtige Weg. Stattdessen müsse die Wirtschaft an die Gegebenheiten eines jeden Stadtteils angepasst werden, mit dem Ziel, ein Angebot für die dort lebende Bevölkerung zu schaffen. Besonderes Augenmerk soll dabei auf Nachhaltigkeit und Geschlechtergerechtigkeit gelegt werden.

Auch in der Bildungspolitik seien neue Ansätze vonnöten: Von der Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Lehrer:innen bishin zur Demokratisierung des Schulwesens, finden sich viele Vorschläge.

Antineoliberales Projekt

Obwohl Hassler seit 2011 in der kommunistischen Bewegung aktiv ist, trat sie als Kandidatin für das Projekt “Alcaldía Constituyente” an. Darin befinden sich über 50 soziale Organisationen und Parteien, die das Ziel hatten, eine antineoliberale Kandidatin für die Bürgermeister:innenwahl aufzustellen. Diese soll sämtliche soziale Gruppen und Minderheiten repräsentieren. Hassler bekam 38 Prozent der Stimmen.

Wie hat sie das geschafft? Eine Antwort könnte sie bereits selbst gegeben haben: „Die Füße auf der Straße lassen. Das ist das Wichtigste.“ So erklärte Hassler ihre Wahl in den Stadtrat bei ihrer ersten Kandidatur. Ihr neuester Erfolg gibt ihr Recht.